Die Great Ocean Road führt über 243 Kilometer von Torquay nach Allansford entlang der Südküste Victorias. Zwischen 1919 und 1932 schlugen sie rund dreitausend aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrte Soldaten von Hand aus dem Fels — mit Pickel, Schaufel und Sprengstoff — und widmeten sie den Kameraden, die nicht zurückkamen. Damit ist sie das größte Kriegerdenkmal der Welt. Eröffnet wurde sie am 26. November 1932.
Die Twelve Apostles
Die vor der Küste stehenden Kalksteinfelsen sind der Grund, aus dem die meisten herkommen. Zwölf waren es nie — der Name wurde um 1922 erfunden, um das ältere, weniger vermarktbare „Sau mit Ferkeln” zu ersetzen. Als der Name sich durchsetzte, standen neun; einer stürzte 2005 ein, geblieben sind acht. Der höchste misst etwa 45 Meter.
Sie werden aufgezehrt. Der Südliche Ozean trägt die weichen Kalkklippen um etwa zwei Zentimeter pro Jahr ab, höhlt Grotten aus, die zu Bögen werden, die zu freistehenden Felsen werden — und schließlich fallen. Hinter der heutigen Linie bilden sich bereits neue.
Loch Ard Gorge und London Arch
Die Loch Ard Gorge trägt den Namen eines Klippers, der 1878 auf dem Riff zerschellte. Von 54 Menschen an Bord überlebten zwei — ein achtzehnjähriger Schiffsjunge und eine junge Passagierin, die er aus dem Wasser zog. Die Schlucht ist ein kurzer Spaziergang mit mehreren Aussichtspunkten und meist ruhiger als die Apostles.
Der London Arch hieß London Bridge, bis am 15. Januar 1990 der Bogen zum Festland ohne Vorwarnung einbrach. Zwei Touristen saßen auf der Außenseite fest und wurden unverletzt per Hubschrauber ausgeflogen.
Unterwegs
- Bells Beach — ein Surfspot bei Torquay, an dem seit 1961 jedes Osterfest ein Profiwettbewerb stattfindet.
- Kennett River — der verlässliche Ort, um wilde Koalas in den Eukalyptusbäumen am Straßenrand zu sehen; nach oben schauen und private Zufahrten meiden.
- Maits Rest — ein zwanzigminütiger Bohlenweg durch kühl-gemäßigten Regenwald und Baumfarne in den Otways.
- Cape Otway Lightstation — 1848 erbaut, der älteste erhaltene Leuchtturm im Betrieb auf dem australischen Festland.
- Gibson Steps — 86 in die Klippe geschlagene Stufen, die einzige Stelle, an der man am Strand unter den Felsen stehen kann.
Wie man sie fährt
- Von Ost nach West — von Melbourne Richtung Warrnambool. In Australien herrscht Linksverkehr, westwärts fahren Sie also auf der ozeanseitigen Spur, und jeder Aussichtspunkt ist eine Linksabbiegung statt einer Straßenquerung.
- Mindestens zwei Tage. Die Tagesbustouren ab Melbourne legen 500 Kilometer zurück und lassen zwanzig Minuten an den Apostles. Übernachten Sie lieber in Apollo Bay oder Port Campbell.
- Der Sonnenuntergang an den Apostles fällt in die richtige Richtung, und die Reisebusse sind meist schon weg.
- Die Straße ist eng, kurvig und häufig neblig; planen Sie deutlich mehr Zeit ein, als die Entfernung vermuten lässt.